Forschung
Die Kurt Lewin Stiftung hat seit 1998 sowohl eigenständig als auch in Zusammenarbeit mit ihren Partnern Forschungsprojekte durchgeführt. Die meisten dieser Studien basieren auf der Auswertung einer landesweit repräsentativen Auswahl von Interviews, Beobachtungen und Fragebögen. Die Stiftung hat außerdem bei mehreren Gelegenheiten die Methode der Fokusgruppen in ihren Forschungsprojekten angewandt.
Das soziale Sicherungssystem auf der Schwelle der Informationsgesellschaft (MITSESZ, 2005)
Das MITSESZ Projekt beschäftigt sich direkt mit dem sozialen Sicherungssystem. Diese eigehende Untersuchung wird helfen festzulegen, welchen Anteil IT-Entwicklung, Training und Inhalt in der Entwicklung des institutionellen Systems einnehmen sollen. Das Forschungsprojekt soll unmittelbar zur Etablierung einer geeigneten IT-Strategie beitragen und als ein Ergebnis werden Angestellte des Zivilen Sektors einen gleichwertigen Zugang zu Informationen erhalten. Das Projekt soll helfen, alle Institutionen in Ungarn zu Informationsterminals anstatt zu Informationsendpunkten zu machen.
Studenten mit Benachteiligungen im tertiären Sektor (2004)
Beauftragt vom Office of the Commissioner for Educational Rights (Büro des Beauftragten für Schulrecht) führte die Kurt Lewin Stiftung im Januar 2005 ein Forschungsprojekt durch, dessen Fokus auf Studenten mit Benachteiligungen im tertiären Sektor lag. Für weitergehende Details zu den Ergebnissen der im May 2005 abgeschlossenen Studie, see here
Entwicklung der IT-Infrastruktur von Minderheits Selbstverwaltung (2004)
Das Ministerium für und Telekommunikation veröffentlichte 2003 eine Ausschreibung zur Entwicklung der Infrastruktur von minderheitlichen Selbstverwaltungen. Mehr als tausend Selbstverwaltungen erhielten als Ergebnis Computer und andere IT –Geräte. Mit der Begleitung des Projektes trug die Kurt Lewin Stiftung entscheidend dazu bei, minderheitlichen Selbstverwaltungen eine erfolgreiche Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu ermöglichen, indem man die Grundlagen für eine wissensbasierte Gesellschaft legt. Die Studie, die für die Aufstellung des selbst-auszufüllenden Fragebogens zugrunde lag, basierte auf der qualitativen Methode (Interviews, Beobachtungen). Die Resultate der Studie wurden hauptsächlich dazu genutzt, herauszufinden, unter welchen Bedingungen Selbsverwaltungen arbeiten sowie die EDV-Kenntnisse und Nutzung von Kommunikationsmitteln zur Informierung von Mitgliedern.
Finde deinen Weg im Labyrinth – Studie über die ethnische Sozialisiserung Heranwachsender
(2004)
Beauftragt vom Hungarian Scientific Research Fund (OTKA) (Ungarischer Wissenschaftlicher Forschungsfond) und der pädagogisch-psycholigischen Fakultät der Universität (von) Veszprém entwickelte die Kurt Lewin Stiftung eine auf Fragebögen basierte Studie mit einer repräsentativen Auswahl von 1.500 Schülern der siebten und zehnten Klasse.
Lehrer im staatlichen Bildungswesen (2003)
Mit der Unterstützung des Phare Access Microprojects und des Ministeriums für Bildung erarbeitete die Stiftung eine auf Fragebögen gegründete Studie, die eine landesweite Auswahl an 1.466 Grundschullehrer einschloss. Das Projekt verfolgte den Zweck, die Einstellung der Lehrer zu und ihr Wissen über die Minderheit der Roma, die Europaische Union und effektive staatliche Maßnahmen im Bildungswesen zu untersuchen.
Die Benachteiligten im staatlichen Bildungswesen (2003)
Im Auftrag des Ministerium für Bildung erstellte die Kurt Leiwn Stiftung eine landesweite Studie über das Recht auf Bildung: „Die Benachteiligten im öffentlichen Bildungssystem”. Der Zweck der Studie war es, legale Abweichungen im öffentlichen Schulsystem aufzudecken, die benachteiligte Schüler negativ beeinträchtigen.
Monoszló (2002)
Im Auftrag der Ungarischen Akademie der Wissenschaft bereitete die Stiftung eine eingehende auf Interviews und Fragebögen aufbauende Untersuchung in Monoszló vor. Sie wurde eng begleitet von Zsuzsa Ferge.
Die Verteidigung von Elternrechten (2001)
Beauftragt vom Büro des Commissioner for Educational Rights (Beauftragten für Schulrecht) führte die Stiftung eine landesweites Foschungsprojekt im Schuljahr 2000-2001 durch, in dessen Verlauf 120 Interviews und 2.325 ausgefüllte Fragebögen abgeschlossen werden konnten. Die Forschungsergebnisse der Stiftung wurden bei der Verabschiedung des Gesetzes zum staatlichen Bildungswesen im Sommer 2003 in die Überlegungen der Entscheidungsträger einbezogen.
Rechte von Schülern und Rechte von Lehrern (2000)
Im Schuljahr 2000-2001 führte die Stiftung ein landesweites soziologisches Forschungsprojekt zu den Rechten von Schülern und Lehrern durch (2000). Das Projekt wurde konzipiert, um das Konfliktmanagement in Schulen zu untersuchen. Innerhalb des Projektes wurden 1.460 Fragebögen ausgefüllt und ausgewertet und annähernd 100 Interviews durchgeführt.
Demokratische Schule (1999)
Das erste eigenständige Forschungprogramm der Stiftung war eine Pécs Studie basierend auf Interviews, Fragebögen und Beobachtungen. Sie verfolgte das Ziel, das soziale Verständnis und die Konfliktmanagementtechniken von Schülern der Sekundärstufe in der Stadt aufzudecken. Es wurden 1.754 Fragebögen benötigt, um jeden Schüler der 11 Stufe/Klasse der Stadt zu erfassen.
Wissen über und Einstellung zu den Visegráder Vier in Ungarn (2001)
Mit dem Auftrag der Visegráder Vier unternahm das Ungarische Gallup Institut eine Datenerhebung, bei der sie eine repräsentative Auswahl aus Ungarn, der Slovakei, Polen und der Tschechischen Republik untersuchte. Die ungarischen Daten wurden auf Nachfrage des Research Institute of World Economics von der Kurt Leiwn Stiftung ausgewertet. Die Studie wurde erstellt, um das Wissen der Befragten über und ihre Einstellung zu den Visegráder Vier zu erfassen.
Förderunterricht (1998)
Diese Studie wurde durch den Auftrag des Ministerium für Kultur und öffentliche Bildung (heute: Ministerium für Bildung) ermöglicht und unter der Führung des ELTE Institut für Soziologie durchgeführt. Die Kurt Lewin Stiftung war dabei dafür verantwortlich, Fragen für Sozialstudien zusammenzustellen und die Antworten auszuwerten.
Die Studie wurde koordiniert und betreut von György Csepeli, Mária Székelyi und Antal Örkény. Die Datenerfassung diente dazu, die Effektivität von Förderprogrammen in verschiedenen Ungarischen Schulen zu messen, indem man dasWissen der Schüler verglich.
Nationale Identität
1995 untersuchte das International Social Survey Programme (ISSP) den Standpunkt einer Auswahl von 31.000 Personen in 26 Ländern zu nationaler Identität, anderen Ländern und Nationatlitäten. Mitarbeiter der Stiftung waren damit beschäftigt, anhand der Ungarischen Daten das Nationalgefühl und den Nationalstolz sowie einen möglichen Ethnozentrismus und eine Xenophobie unter den Ungarn zu erforschen.
Forschungsmethoden
Im Verlauf von Studien und Forschungsprojekten der Stiftung haben wir die Methoden der Sozialforschung angewandt. Die Ergebnisse sind dabei Resultat objektiver Beobachtungen und Bewertungen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass unsere Herangehensweise an oder unser Engagement in ein bestimmtes Thema wertneutral ist. Unser Ziel ist in jedem Fall Methoden und Abläufe zu erschließen, deren praktische Anwendung die Konsolidierung eines demokratischen Sozialsystems in Ungarn unterstützt und der Region hilft, sich dem Rest der Europäischen Union anzunähern.
Das Ziel unserer Studien und Forschungsprojekte ist nicht nur die Beschreibung verschiedener sozialer Phänomene (und Anomalien), die in Ungarn präsent sind, sondern auch die Aufdeckung von deren grundlegenden Ursachen. Bei der Herangehensweise an Probleme und im Kontakt mit den Menschen unserer Untersuchungen sind wir immer bemüht die Motivationen und speziellen Situationen zu verstehen. Daher entspricht es insbesondere nicht unserer Zielsetzung einen Sündenbock oder Feind zu finden. Ganz im Gegenteil würden wir gerne so viele Leute (insbesondere Lehrer, Sozialarbeiter, Beamte und Entscheidungsträger) wie möglich überzeugen, um den Fortschritt der Integration von benachteiligten Gruppen voranzutreiben.
"Methodology - Researching social phenomena" gebundene Ausgabe herausgegeben von Osiris Kiadó [ISBN 963-389-788-2]
